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Rote Abendlampen und Blaulichtfilter-Brille Mitochondriak® im Test: echte Messung mit zwei Spektrometern

Wie viel Blaulicht steckt wirklich in einer roten Glühbirne? Und was lässt eine Blaulichtfilter-Brille durch, wenn man nicht mit dem Auge, sondern mit einem Messgerät hinschaut? Wir haben unsere Lichter in einem dunklen Raum mit zwei zertifizierten Spektrometern gemessen: Die roten Abendlampen Mitochondriak® haben unter 500 nm praktisch 0 % Energie, die Brille blockierte blaues und grünes Licht bis 550 nm zu 100 %, und die klassische Glühlampe zeigte ein durchgehendes Spektrum, das tief ins Infrarot reicht. Warum leuchtet ein Glühfaden wie eine kleine Sonne, und warum verraten Luxwerte nicht die ganze Wahrheit? Statt zu raten, haben wir Zahlen.

Redaktion Mitochondriak® | Fachlich geprüft von: Jaroslav Lachký Veröffentlicht: 21.10.2026 Lesezeit: 19 Min. Kategorie: Blog
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Die Ergebnisse auf einen Blick

Kurz gesagt: Unsere roten Lichter leuchten dort, wo Ihre innere Uhr sie kaum hört. Ihr Maximum liegt im Rot zwischen 631 und 656 nm, den blauen Anteil haben wir praktisch bei null gemessen, und bei gleicher Helligkeit senden sie dem Körper ein 71- bis 270-mal schwächeres Tagessignal als eine übliche weiße LED. Sie flimmern nicht. Und die Blaulichtfilter-Brille nimmt einer weißen LED 99,7 % dieses Signals, übrig bleibt reines Rot.

Licht (Mitochondriak Lab) Spektrales Maximum Blau unter 500 nm Signal an die innere Uhr Flimmern
Rote Abendlampe E27656 nmpraktisch 0 %270× schwächer als weiße LEDFlicker-Index 0,01
Rote Abendlampe E14632 nmpraktisch 0 %78× schwächerFlicker-Index 0,01
Rote Abendlampe GU10633 nmpraktisch 0 %71× schwächerFlicker-Index 0,01
Rotes Nachtlicht mit Bewegungssensor631 nm, Breite 18 nmpraktisch 0 %240× schwächerFlicker-Index 0,00
Blaulichtfilter-BrilleFilterkante 600 nmunter 550 nm 0,0004 %von 618 auf 2,1 lx (−99,7 %)–
Glühlampe Warm Spectrum E27jenseits von 900 nm1,5 %Tageslicht, 26 lx je 100 lxFlicker-Index 0,02
Rote Abendlampen, rotes Nachtlicht mit Bewegungssensor, Blaulichtfilter-Brille, klassische Glühlampe und zwei zertifizierte Spektrometer bei der Messung im Mitochondriak Lab
Mitochondriak Lab, 21.10.2026: unsere Lichter, das zertifizierte Spektrometer OHSP-350UVF und das zweite zertifizierte Spektrometer UPRtek CV600 mit Kalibrierschein.

Wie haben wir gemessen?

Einfach und jedes Mal gleich, damit die Messung transparent und genau ist. Jedes Licht leuchtete in einem dunklen Raum, davor lagen zwei Messgeräte. Das zertifizierte Hauptspektrometer OHSP-350UVF erfasst das Spektrum von 230 bis 900 nm in Schritten von einem Nanometer. Das zweite, kalibrierte UPRtek CV600 mit Kalibrierschein deckt 380 bis 780 nm ab, diente als zweite unabhängige Messung und misst zudem Flimmern (Flicker) sehr genau. Wenn zwei unabhängige Geräte dieselbe Form des Spektrums und dasselbe Maximum zeigen, ist das kein Zufall. Punkt.

Mitochondriak Lab ist unser Messplatz: der Ort, an dem wir die Lichter der Marke Mitochondriak® nicht schätzen oder aus dem Katalog abschreiben, sondern mit Messgeräten prüfen. Gemessen haben wir am 21. Oktober 2026.

  • Abstand: Lampen E27, E14 und die Glühlampe 50 cm, der GU10-Spot 30 cm in der Strahlachse, das rote Nachtlicht mit Sensor aus der Nähe, 10 bis 15 cm.
  • Vergleich: eine übliche weiße LED-Lampe (3700 K) und die Mittagssonne am selben Tag.
  • Brille: dieselbe weiße LED einmal ohne Brille und einmal durch die Gläser direkt vor dem Sensor.
  • Berechnungen: Aus den Spektren haben wir nach der Norm CIE S 026 die melanopische EDI sowie die Anteile unter 500 und 550 nm berechnet [R].
Zum Herunterladen: Messprotokoll (PDF) und Spektraldaten in 1-nm-Schritten (CSV): E27, E14, GU10, Nachtlicht, Brille, Glühlampe. Bitte mit Quellenangabe Mitochondriak Lab zitieren.

Warum Lux allein nicht reicht: Was ist die melanopische EDI?

Lux sagt, wie hell Sie sehen, nicht welche Uhrzeit das Licht Ihrem Körper meldet. Licht mit einer einzigen Zahl in Lux zu beschreiben, ist, als würden Sie eine Avocado nach einem Stückchen ihres Kerns beurteilen. Das Auge ist kein Messgerät aus dem Baumarkt. Neben Stäbchen und Zapfen hat es Zellen mit dem Pigment Melanopsin, die kein Bild erzeugen, sondern die Zeit messen. Am empfindlichsten reagieren sie auf blaues Licht um 480 nm.

Die melanopische EDI steht für die melanopische äquivalente Tageslicht-Beleuchtungsstärke. Einfach gesagt: Sie zeigt, wie viel „Tagessignal“ ein Licht Ihrer inneren Uhr sendet, und drückt es in Lux Tageslicht aus. Fachlich: Sie ist die Beleuchtungsstärke von Normtageslicht D65, das das Melanopsin im Auge genauso stark anregen würde wie die gemessene Lichtquelle; berechnet wird sie aus dem Spektrum nach der Norm CIE S 026 der Internationalen Beleuchtungskommission [R].

Eine internationale Gruppe von 18 Fachleuten für Schlaf und zirkadiane Rhythmen hat daraus einfache Empfehlungen abgeleitet: tagsüber mindestens 250 lx melanopische EDI auf Augenhöhe, abends ab spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen höchstens 10 lx und im Schlafzimmer während des Schlafs höchstens 1 lx [R]. Das ist ein Expertenkonsens auf Basis von Studien an Menschen.

Diagramm melanopische EDI je 100 lx: Sonne 86 lx, weiße LED 61 lx, Glühlampe 26 lx, rote Lichter Mitochondriak 0,2 bis 0,9 lx
Gleiche 100 Lux, ein völlig anderes Signal an die innere Uhr. Die Werte haben wir aus unseren Spektren nach CIE S 026 berechnet.

Das Diagramm spricht für sich. Je 100 Lux einer üblichen weißen LED erhält der Körper ein Signal wie von 61 Lux Tageslicht. Bei unseren roten Lichtern sind es 0,2 bis 0,9 lx. Die rote Abendlampe E27 hat in 50 cm eine melanopische EDI von 0,2 lx, also fünfzigmal weniger als die abendliche Obergrenze von 10 lx. Um diese Grenze mit ihr zu überschreiten, bräuchten Sie Tausende Lux rotes Licht. Sehen Sie den Zusammenhang?

Wie viele Lumen hat eine rote Glühbirne, und warum täuscht die Zahl?

Lumen und Lux gewichten Licht mit der Empfindlichkeitskurve des Auges, die ihr Maximum im Grün bei 555 nm hat und im tiefen Rot schnell abfällt. Eine rote Lampe wirkt deshalb auf dem Papier „schwächer“, obwohl sie eine ähnliche Strahlungsleistung abgibt wie andere Lampen. Unsere roten Abendlampen E27 und E14 haben ungefähr 250 bis 350 Lumen, der GU10-Spot etwa 140 Lumen. Für den Abend entscheidet jedoch eine andere Zahl: wie viel Tagessignal das Licht Ihrer inneren Uhr sendet. Und die liegt bei Rot nahe null.

Haben rote Glühbirnen Blaulicht? E27, E14 und GU10 im Test

Praktisch nicht. Die roten Abendlampen Mitochondriak® E27, E14 und GU10 sind Lampen ohne Blauanteil: Was das Spektrometer unter 500 nm noch erfasst, ist nur das Hintergrundrauschen des Messgeräts. Ihrer inneren Uhr senden sie deshalb bei gleicher Helligkeit ein 71- bis 270-mal schwächeres Signal als eine übliche weiße LED. Alle drei leuchten dort, wo Melanopsin fast blind ist. Gleich sind sie trotzdem nicht. Jede hat ihren eigenen Rotton.

Spektren der roten Lichter Mitochondriak: E27 656 nm, E14 632 nm, GU10 633 nm und rotes Nachtlicht 631 nm im Vergleich zur Empfindlichkeit von Melanopsin
Unsere roten Lichter und die Empfindlichkeit von Melanopsin (blau gestrichelt). Die Kurven berühren sich kaum.
Mitochondriak Lab E27 E14 GU10
Spektrales Maximum656 nm (tiefes Rot)632 nm633 nm
Spektrale Breite (FWHM)81 nm74 nm76 nm

„Praktisch 0 %“ bedeutet: Der gemessene Wert unter 500 nm (0,0 bis 0,06 %) liegt auf dem Niveau des Hintergrundrauschens des Spektrometers und stammt nicht vom Licht der Lampe. Die spektrale Breite FWHM gibt an, wie breit das Band auf halber Höhe des Maximums ist.

Die E27 ist das tiefste Rot unserer Lampen. Ihre Wellenlänge mit dem Maximum bei 656 nm und 95 % der Energie über 620 nm rückt sie am weitesten von der Empfindlichkeit des Melanopsins weg. Deshalb zeigt sie auf dem Luxmeter weniger als die E14, obwohl beide in 50 cm eine ähnliche Bestrahlungsstärke liefern, 1,4 bis 2,0 W/m². Lux gewichtet Licht nach der Empfindlichkeit des Auges für Grün und unterschätzt tiefes Rot. Für den Abend ist das genau, was wir wollen: Die innere Uhr „hört“ sie noch weniger.

E14 und GU10 haben ihr Maximum bei 632 und 633 nm und ein breiteres warmes Spektrum von Orangerot bis Tiefrot. Der GU10-Spot bündelt sein Licht in einem Strahl, daher erreicht er in dessen Achse in 30 cm fast 3000 Lux. Er ist für Decken- und Spotleuchten gebaut, wo er weiter von den Augen entfernt ist.

Beide Geräte waren sich einig: Das UPRtek CV600 bestätigte Form und Maximum des Spektrums auf 2 bis 3 nm genau, und im Blau zeigen beide nur Hintergrundrauschen, kein Licht der Lampe.

Spektrum der roten Abendlampe E27 Mitochondriak: Maximum 656 nm, Blaulicht praktisch 0 Prozent, Signal an die innere Uhr 270-mal schwächer als eine weiße LED
Die rote Abendlampe E27 unter dem Spektrometer. Die Diagramme der E14 und GU10 finden Sie auf deren Produktseiten.

Alle Messwerte der Roten Abendlampe E27, der E14 und der GU10 finden Sie auf deren Produktseiten, die ganze Auswahl für einen dunklen Abend in der Kategorie Besser schlafen.

Rotes Nachtlicht mit Bewegungssensor: Warum so ein schmales Spektrum?

Das rote Nachtlicht Mitochondriak® mit Bewegungssensor leuchtet mit sechs rein roten LEDs. Sein Spektrum hat das Maximum bei 631 nm und ist nur 18 nm breit, viermal schmaler als bei den Lampen. Unter 500 nm haben wir nichts gemessen, und das Signal an die innere Uhr ist 240-mal schwächer als bei einer weißen LED.

In 10 bis 15 cm Abstand erreicht es 200 bis 300 lx. Die melanopische EDI liegt dabei unter 1 lx. Für das nächtliche Aufstehen, den Weg zur Toilette oder ins Kinderzimmer ist das genau die Art Licht, die die Dunkelheit nicht stört, die der Körper in der Nacht braucht.

Mehr dazu auf der Seite Rotes Nachtlicht mit Bewegungssensor.

Blaulichtfilter-Brille im Test: Wie viel Blau und Grün kommt durch?

Vom blauen und grünen Licht praktisch nichts. Die Blaulichtfilter-Brille Mitochondriak® ließ unter 550 nm nur 0,0004 % durch, in der Praxis eine Blockierung von 100 %. Das Signal, das eine weiße LED an die innere Uhr sendet, sank durch die Gläser um 99,7 %, von 618 auf 2,1 lx. Rotes Licht kommt dagegen zu 84 % durch, abends sehen Sie also gut.

So haben wir die Brille getestet

Vor den Sensor haben wir eine übliche weiße LED-Lampe gestellt und sie in 50 cm einmal ohne Brille und einmal durch die Gläser gemessen. Von 1018 lx blieben 210 lx rein rotes Licht, die melanopische EDI sank von 618 auf 2,1 lx.

Weiße LED in 50 cm Ohne Brille Durch die Brille Mitochondriak®
Beleuchtungsstärke1018 lx210 lx (rein rotes Licht)
Melanopische EDI618 lx2,1 lx (−99,7 %)
Transmission unter 550 nm–0,0004 % (100 % Blockierung)
Filterkante (50 % Transmission)–600 nm
Rotes Licht 630 nm–84 % kommen durch
Diagramm: weiße LED ohne Brille und durch die Blaulichtfilter-Brille Mitochondriak, blaues und grünes Licht bis 550 nm zu 100 Prozent blockiert
Grau: weiße LED ohne Brille. Farbig: dasselbe Licht durch die Brille. Rot gestrichelt: Transmission des Glases.

Warum bis 550 nm?

Weil Melatonin auch auf Grün empfindlich reagiert, nicht nur auf Blau. In einer Studie aus Harvard unterdrückte grünes Licht von 555 nm zu Beginn der Belichtung das Melatonin genauso stark wie blaues [R]. Filter, die unter 530 nm nichts durchlassen, hielten bei 19 jungen Menschen unter hellem Nachtlicht das Melatonin auf dem Niveau wie im Dämmerlicht. Bei gleicher Helligkeit von 1300 lx sank das Melatonin in einem anderen Versuch mit grauen Brillen um 46 %, mit orangefarbenen blieb es praktisch unverändert.

Klare Brillen „gegen Blaulicht“ schaffen das nicht, sie schneiden meist nur einen Teil des Blaus ab. Gelbe und orangefarbene Filter reichen weiter, lassen Grün aber durch. Unsere Filterkante liegt bei 600 nm. Auf dem Display des Spektrometers sieht man das auf den ersten Blick: Weißes Licht mit blauem Gipfel wird durch unsere Gläser zu reinem Rot.

Warum eine schöne Brille und keine Schweißerbrille?

Manche fragen, ob seitlich Licht an den Gläsern vorbeikommt. Kurz gesagt: Das ist ein kleineres Problem, als viele denken. Wir hätten eine Brille bauen können, die die Augen wie eine Schweißermaske von allen Seiten umschließt. Kaufen würden sie aber nur wenige fortgeschrittene Biohacker, die ihr Abendlicht zu Hause längst gelöst haben. Uns geht es um die meisten Menschen: um diejenigen, die abends am Bildschirm sitzen, fernsehen oder lesen, denen wichtig ist, wie sie aussehen, und die die Brille auch beim Abendspaziergang oder unter Freunden nicht absetzen wollen (nur im Straßenverkehr gehört sie nicht auf die Nase). Eine Brille, die man wirklich trägt, bewirkt mehr als eine perfekte Brille, die in der Schublade liegt. Deshalb hat unsere Brille eine Form, die gut aussieht und die Augen von vorn und von oben abdeckt.

Warum gerade von vorn und von oben? Das meiste Abendlicht kommt von dort, wohin wir schauen: vom Bildschirm, von der Tischlampe oder vom Deckenlicht vor uns. Und der Winkel zählt. Japanische Forschende leuchteten 22 Freiwilligen mit etwa 10.000 Lux in die Augen. Fiel das Licht von oben im Winkel von 28° zur Blickrichtung ein, sank das nächtliche Melatonin um 40 %. Kam es steil von oben im Winkel von 55°, nur um 8 %, weil nur ein Drittel des Lichts die Mitte der Netzhaut erreichte [R]. Am stärksten wirkt also Licht aus der Mitte des Blickfelds, und genau dort sitzen die Gläser. In einer weiteren Studie unterdrückte Licht von oben, das auf den unteren Teil der Netzhaut fällt, das nächtliche Melatonin, während dasselbe Licht von unten wirkte wie Dunkelheit (9 Freiwillige, 200 lx) [R]. Auch deshalb leuchten wir abends nicht von der Decke.

Seitliches Licht hält die Brille nicht ganz ab, deshalb kombinieren wir sie mit der zweiten Hälfte des Abends: mit sparsamem rotem Licht tief im Raum statt hellem Deckenlicht. Brille und rotes Licht machen den Abend gemeinsam dunkel für Ihre innere Uhr, nicht für Ihre Augen.

Alle Werte finden Sie auf der Seite Blaulichtfilter-Brille Mitochondriak®, die ganze Auswahl in der Kategorie Blaulichtfilter-Brillen. Wann Sie die Brille abends aufsetzen und worauf Sie beim Kauf achten, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Blaulichtfilter-Brillen am Abend.

Glühlampe und Sonne: Wo endet das Spektrum?

Eine klassische Glühlampe mit Wolframfaden und die Sonne haben ein durchgehendes Spektrum, das über das Rot hinaus ins Infrarot reicht, während eine übliche weiße LED bei etwa 750 nm endet. Wissen Sie, was die beiden gemeinsam haben? Beide leuchten gleichmäßig, ohne Lücken im Spektrum, und beide reichen weit über das hinaus, was das Auge sieht. Hinter der weißen LED herrscht Stille.

Diagramm der Spektren von Sonne, Glühlampe mit Glühfaden und weißer LED von 380 bis 2500 nm mit dem Infrarotbereich
Durchgezogen: unsere Messung von 380 bis 900 nm. Gestrichelt: Referenz-Sonnenspektrum ASTM G173 und Berechnung des Glühfadens nach dem Planckschen Gesetz.
Mitochondriak Lab Sonne (21.10., mittags) Glühlampe Warm Spectrum E27 Übliche weiße LED
Farbtemperatur5050 K1965 K3700 K
Farbwiedergabe Ra (R9)9996 (R9 86-89)82 (R9 7)
Melanopische EDI je 100 lx86 lx26 lx61 lx
Energie über 780 nm43 % (Berechnung aus ASTM G173)98 % (Berechnung nach dem Planckschen Gesetz)praktisch 0

Die Sonne. Am Mittag des 21.10.2026 haben wir 82.212 lx gemessen, eine Farbtemperatur von 5050 K und eine Farbwiedergabe von Ra 99. Das Referenz-Sonnenspektrum an der Erdoberfläche (Norm ASTM G173) reicht von 280 bis 4000 nm, und mehr als die Hälfte seiner Energie, 52 %, liegt über 700 nm. Allein der nahe Infrarotbereich IR-A (700 bis 1400 nm) macht nach unserer Berechnung aus dieser Norm etwa 42 % der Energie aus. Blaues Licht kommt von der Sonne also nie allein. Es hat immer infrarote Begleiter an seiner Seite.

Die Glühlampe Warm Spectrum. Unser Spektrometer zeigte eine Farbtemperatur von 1965 K, so warm wie Licht beim Sonnenuntergang, und eine Farbwiedergabe von Ra 96 (Rottöne R9 86 bis 89). Die übliche weiße LED hatte bei derselben Messung Ra 82 und R9 nur 7. Das Spektrum der Glühlampe steigt vom Blau gleichmäßig an, und im Bereich von 700 bis 900 nm liegen 79 % der Energie, die das Messgerät sieht. Bei 900 nm endet unser Diagramm. Das ist die Grenze des Messgeräts, nicht der Lampe. Die gemessene Kurve passt genau zur Strahlung eines Glühfadens mit etwa 2110 K, dessen Maximum bei 1370 nm liegt. Nach dem Planckschen Gesetz liegen 98 % der Energie eines solchen Fadens über 780 nm. Die Sonne am Boden hat über 780 nm 43 %.

Spektrum der Glühlampe Warm Spectrum E27: 1965 K, Ra 96, 79 Prozent der Energie im Bereich 700 bis 900 nm
Die Glühlampe Warm Spectrum E27 unter dem Spektrometer: ein gleichmäßiges Spektrum, das bis über die Grenze des Messgeräts ansteigt.

Für sparsames Beleuchten ist das ein Verlust. Für uns Mitochondriaks ist es genau der Teil der Sonne, der in Innenräumen fehlt. Forschende des University College London beschreiben es genauso: Klassische Glühlampen deckten ähnlich wie die Sonne ein breites Band von etwa 200 bis 3000 nm ab, eine übliche LED leuchtet nur im sichtbaren Bereich von 400 bis 700 nm [R]. In ihrer Studie mit 55 gesunden Erwachsenen verschlechterte sich nach einer Woche unter einer üblichen LED-Schreibtischlampe die Farbunterscheidung, mit zusätzlichem Infrarotlicht von 850 nm verbesserte sie sich. In einer anderen Arbeit stellten sie Menschen, die unter LED-Licht arbeiteten, Tischlampen mit gewöhnlichen klaren 60-Watt-Glühbirnen auf den Schreibtisch. Nach zwei Wochen nahmen sie Farbkontraste besser wahr, und die Verbesserung hielt noch zwei Monate an (22 Menschen, Kontrollgruppe ohne Veränderung) [R]. Dieselbe Londoner Gruppe hat gemessen, dass Nahinfrarot aus dem Sonnenlicht durch den Körper dringt, sogar durch den Brustkorb eines Erwachsenen. Feuer und klassische Glühlampen haben diese langen Wellenlängen, übliche LEDs nicht.

Was folgt daraus? Die Glühlampe schalten wir tagsüber ein, wenn wir drinnen sind und die Sonne uns durch Fenster und Wände nicht erreicht. Sie ergänzt die langen Wellenlängen, die einer üblichen LED fehlen. Abends, wenn es dunkel wird, übernimmt rotes Licht. Das Signal der Glühlampe an die innere Uhr ist zwar 2,3-mal schwächer als bei einer weißen LED, aber es bleibt Licht für den Tag. Mehr über die Lampe finden Sie auf der Seite der Glühlampe Warm Spectrum E27, den Vergleich im Beitrag Glühlampe vs. LED und wie rotes und nahinfrarotes Licht in den Zellen wirkt, im Glossar zur Photobiomodulation.

Flimmern rote Lampen? Flicker-Index und Flimmeranteil gemessen

Praktisch nicht, unsere roten Abendlampen sind flimmerfrei. Alles, was aus der Steckdose leuchtet, schwankt allerdings ein wenig. Der Wechselstrom in Europa hat 50 Hertz und ändert hundertmal pro Sekunde seine Richtung, deshalb schwankt die Leistung jeder Lampe naturgemäß hundertmal pro Sekunde. Die Frage ist also nicht, ob ein Licht schwankt, sondern wie stark.

Genau das messen zwei Zahlen. Der Flimmeranteil sagt, wie tief das Licht in einem Zyklus absinkt. Der Flicker-Index berücksichtigt auch die Form der Welle, 0 bedeutet kein Flimmern. Billige LED-Lampen mit schwachem Treiber können 100-mal pro Sekunde fast auf null fallen. Das ist klassisches Flimmern, das das Auge nicht sieht, das Gehirn aber registriert. Unsere Lichter verhalten sich anders: Es geht nicht um Flimmern, sondern um eine winzige Schwankung.

Das UPRtek CV600 zeigte bei den Lampen E27, E14 und GU10 einen Flicker-Index von 0,01 und beim roten Nachtlicht 0,00. Der Flimmeranteil lag bei wiederholten Messungen je nach Neigung des Geräts zwischen 1,2 und 4,7 %, meist bei 1 bis 3 %. Das Hauptspektrometer erfasste bei den roten Lampen mit 50.000 Abtastungen pro Sekunde eine flache Linie mit einer Schwankungstiefe von 0,0 %.

Display des Spektrometers OHSP-350UVF bei der Flimmermessung einer roten Abendlampe Mitochondriak: flache Linie, Schwankungstiefe 0,0 Prozent
Rote Abendlampe auf dem Hauptspektrometer: Der Verlauf des Lichts über 100 ms ist eine flache Linie.

Auch eine klassische Glühlampe schwankt am Netz, im 50-Hz-Netz typischerweise um etwa 15 %. Unsere Warm Spectrum E27 hatte 8,78 % und einen Flicker-Index von 0,02. Der glühende Faden ist thermisch träge und kühlt zwischen zwei Stromwellen nicht ab, deshalb leuchtet er gleichmäßig. Die Empfehlung IEEE 1789 betrachtet bei 100 Hz eine Schwankung bis 8 % als geringes Risiko (IEEE 1789-2015). Unsere roten Lichter liegen mit 1,2 bis 4,7 % unter dieser Grenze.

Warum schreiben wir das so ausführlich? Viele Lampen werden mit dem Etikett „flimmerfrei“ verkauft, ohne eine einzige Messung und ohne Erklärung, was die Zahlen bedeuten. Wir messen, prüfen und erklären. Das ist der Unterschied der Marke Mitochondriak®. Genauso werden wir auch die neue Generation unserer Rotlicht- und Nahinfrarotpanels messen.

Ein Hinweis aus der Praxis: Flimmern nimmt oft erst mit einem Dimmer zu. Betreiben Sie unsere roten Abendlampen deshalb nicht an einem Dimmer (sie sind nicht dimmbar), und regeln Sie den Abstand zu den Augen lieber über die Position der Leuchte.

Ist rotes Licht monochromatisch?

Nein, und das ist gut so. Monochromatisches Licht hat eine einzige Wellenlänge, und so etwas erzeugt nur ein Laser: Ein Diodenlaser leuchtet in einem Band von 1 bis 2 nm Breite. Eine übliche farbige LED ist quasi-monochromatisch, ihr Band ist einige Dutzend Nanometer breit. Unsere Messung bestätigt das. Das rote Nachtlicht mit Sensor leuchtet in einem schmalen Band von 18 nm, die roten Abendlampen E27, E14 und GU10 haben dagegen ein gleichmäßiges Band von 74 bis 81 nm Breite, ungefähr von 605 bis 705 nm, ohne Blau und Grün.

Warum kein schmaler Punkt einer einzigen Farbe? Weil wir keine Farbe suchen, sondern eine Form des Spektrums. Unsere roten Lampen sind so gebaut, dass sie dort leuchten, wo Melanopsin fast blind ist, und zugleich genug warmes Licht geben, damit Sie Kontraste sehen und sich sicher in der Wohnung bewegen. Der orangerote Rand des Spektrums macht aus einer roten Lampe ein Licht für den Abend und keine Warnleuchte.

Wo leuchten Menschen nachts rot? Astronomen nutzen beim Beobachten des Himmels schwaches rotes Licht, weil die Stäbchen, mit denen wir im Dunkeln sehen, für Rot um 620 nm mehr als hundertmal weniger empfindlich sind als in ihrem Maximum; so bleibt das Auge an die Dunkelheit angepasst. In Labortierhaltungen von Mäusen und Ratten leuchtet nachts seit Jahrzehnten schwaches Rot, weil ihr Auge für Rot bei 600 nm etwa zwölfmal weniger empfindlich ist als das menschliche. Dieselben Labore stellten aber fest, dass die Tiere starkes oder die ganze Nacht brennendes rotes Licht sehr wohl erfassen. Für uns Mitochondriaks folgt daraus eine einfache Regel: abends sparsames rotes Licht für Bewegung und Gemütlichkeit, nachts Dunkelheit.

Tag, Abend, Nacht: Wie setzen Sie das um?

Zirkadiane Beleuchtung zu Hause hat nach unseren Messungen drei Schritte: tagsüber Sonne und ein durchgehendes Spektrum, abends rotes Licht und eine Brille bis 550 nm, nachts Dunkelheit und bei Bedarf ein rotes Nachtlicht mit Sensor. Licht entscheidet nicht nur darüber, ob Sie sehen. Es entscheidet darüber, welche Uhrzeit es Ihrem Körper meldet.

  1. Tag: so viel Sonne wie möglich, ohne Filter. Drinnen, wohin die Sonne nicht reicht, hilft eine klassische Glühlampe mit gleichmäßigem Spektrum und Infrarotanteil. Weiße LEDs und Bildschirme ersetzen dieses Licht nicht.
  2. Abend: drei Stunden vor dem Schlafen rotes Licht tief im Raum und weiter weg von den Augen, nicht von der Decke direkt ins Gesicht. Am Bildschirm eine rote Blaulichtfilter-Brille, die Blau und Grün bis 550 nm blockiert. So bleiben Sie unter der Grenze von 10 lx melanopischer EDI.
  3. Nacht: Dunkelheit. Wenn Sie aufstehen müssen, ein rotes Nachtlicht mit Bewegungssensor, das sich selbst einschaltet und etwa 20 Sekunden nach der letzten Bewegung wieder ausgeht.

Auch rotes Licht halten wir abends sparsam. In einer Studie mit 24 Freiwilligen unterdrückten sechs Stunden intensives rotes Licht von 631 nm das Melatonin nicht, obwohl das Auge es wahrnimmt [R]. Bei gleichen 40 Lux senkte nur blaues Licht das nächtliche Melatonin, rotes nicht. Rotes Licht ist also kein Schlafmittel. Es lässt dem Körper die Dunkelheit, die er braucht. Wie Licht Ihre innere Uhr stellt, lesen Sie im Beitrag Zirkadianer Rhythmus: So funktioniert unsere innere Uhr, und warum Melatonin auch Ihre Mitochondrien schützt, im Glossar Melatonin.

Fazit

Was nehmen Sie aus der Messung mit? Die roten Abendlampen E27, E14 und GU10 leuchten im Rot zwischen 632 und 656 nm und haben praktisch keinen Blauanteil, abends senden sie Ihrer inneren Uhr also nur einen Bruchteil des Signals einer üblichen weißen LED. Das rote Nachtlicht mit Sensor ist noch schmaler, sein Band ist nur 18 nm breit. Die Brille stoppt Blau und Grün bis 550 nm und lässt von der weißen LED nur reines Rot übrig. Die Glühlampe ist dagegen ein Licht für den Tag: warm, farbtreu und gleichmäßig bis ins Infrarot, genau wie die Sonne. Und keines unserer Lichter flimmert.

Wir versuchen nicht, die Sonne nachzubauen. Wir versuchen, ihr so nahe wie möglich zu kommen: Tagsüber fügen wir lange Wellenlängen hinzu, abends nehmen wir Blau und Grün weg. Für uns Mitochondriaks ist Licht eine Information über die Uhrzeit, und die messen wir lieber, als sie zu erraten. Wir raten nicht, wir messen. Die Wahl liegt bei Ihnen.

Ein Abend ohne Blaulicht, mit dem Spektrometer geprüft. Alle Messwerte finden Sie direkt auf den Produktseiten.

Rote Abendlampen Blaulichtfilter-Brille

Häufige Fragen

Haben die roten Abendlampen Mitochondriak® Blaulicht?

Praktisch nicht. Unter 500 nm haben wir bei E27, E14 und GU10 praktisch 0 % Energie gemessen. Die Messwerte von 0,0 bis 0,06 % entsprechen dem Hintergrundrauschen des Spektrometers, nicht dem Licht der Lampe. Beide zertifizierten Spektrometer, OHSP-350UVF und UPRtek CV600, bestätigten dieselbe Form des Spektrums.

Flimmern die roten Abendlampen Mitochondriak®?

Nein, sie sind flimmerfrei. Der Flicker-Index lag bei E27, E14 und GU10 bei 0,01 und beim roten Nachtlicht bei 0,00. Das Hauptspektrometer erfasste bei einer Abtastrate von 50 kHz eine flache Linie mit einer Schwankungstiefe von 0,0 %. Betreiben Sie die Lampen nicht an einem Dimmer, denn ein Dimmer verstärkt Flimmern.

Wie viel blaues und grünes Licht lässt die Blaulichtfilter-Brille Mitochondriak® durch?

Unter 550 nm haben wir eine Transmission von 0,0004 % gemessen, also eine Blockierung von Blau und Grün zu 100 %. Die melanopische EDI einer weißen LED sank durch die Brille um 99,7 %, von 618 auf 2,1 lx. Rotes Licht bei 630 nm kommt zu 84 % durch.

Wie kann ich testen, ob eine Blaulichtfilter-Brille wirklich funktioniert?

Am genauesten mit einem Spektrometer: Messen Sie dasselbe weiße Licht ohne Brille und durch die Brille, so wie wir es getan haben. Zu Hause hilft ein einfacher Test: Schauen Sie durch die Brille auf eine blaue und eine grüne Fläche auf dem Bildschirm. Blockiert die Brille bis 550 nm, erscheinen beide Flächen fast schwarz. Unsere Brille ließ unter 550 nm nur 0,0004 % durch.

Unterdrückt rotes Licht Melatonin?

In Studien an Menschen nicht. Sechs Stunden intensives rotes Licht von 631 nm unterdrückten bei 24 Freiwilligen das Melatonin nicht, und bei gleichen 40 Lux senkte nur blaues Licht das nächtliche Melatonin, rotes nicht. Unsere roten Abendlampen senden der inneren Uhr zudem ein 71- bis 270-mal schwächeres Signal als eine weiße LED.

Was ist die melanopische EDI und wie viel ist abends zu viel?

Die melanopische EDI sagt, wie viel Tagessignal ein Licht der inneren Uhr sendet, ausgedrückt in Lux Tageslicht (Norm CIE S 026). Fachleute empfehlen abends, ab drei Stunden vor dem Schlafen, höchstens 10 lx und im Schlaf höchstens 1 lx. Unsere rote Abendlampe E27 hat in 50 cm 0,2 lx.

Welche rote Glühbirne eignet sich fürs Schlafzimmer?

Nach unserer Messung sendet von unseren roten Lampen die E27 das schwächste Signal an die innere Uhr: Maximum bei 656 nm und in 50 cm nur 0,2 lx melanopische EDI. Die E14 passt in kleinere Leuchten, die GU10 in Decken- und Spotleuchten. Für das nächtliche Aufstehen eignet sich das rote Nachtlicht mit Bewegungssensor, dessen Band nur 18 nm breit ist. Setzen Sie rotes Licht sparsam und tief im Raum ein.

 

Quellen und wissenschaftliche Referenzen

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