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Rotlicht und Augen: Ist Rotlichttherapie sicher für die Augen?

Ist Rotlicht sicher für die Augen? Diese Frage ist wichtiger, als sie auf den ersten Blick scheint. Rotes und nahinfrarotes Licht wird nämlich auch direkt in der Augenheilkunde untersucht – das bedeutet aber nicht, dass man uneingeschränkt in ein leistungsstarkes LED-Panel schauen sollte. Entscheidend sind Wellenlänge, Intensität, Expositionsdauer und das konkrete Gerät.

Redaktion Mitochondriak® | Fachlich geprüft von: Jaroslav Lachký Stand: 28.09.2026 Lesezeit: 14 Min. Kategorie: Rotlichttherapie
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Kurz zusammengefasst:
  • Rotes und nahinfrarotes Licht ist nicht grundsätzlich schädlich für die Augen. Kontrollierte Photobiomodulation wird sogar gezielt an Netzhaut und anderen Augenstrukturen untersucht.
  • Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie direkt in ein leistungsstarkes Rotlichtpanel oder einzelne LEDs starren sollten.
  • Augensicherheit hängt von Wellenlänge, Bestrahlungsstärke, Dauer, Entfernung, Lichtquelle und individueller Augengesundheit ab.
  • Bei direkter Gesichtsanwendung sollten die Sicherheitshinweise des jeweiligen Geräts beachtet werden. Geschlossene Augen reduzieren Blendung, ersetzen aber keine gerätespezifischen Schutzvorgaben.
  • Bei Netzhauterkrankungen, erhöhter Lichtempfindlichkeit oder Medikamenten mit photosensibilisierender Wirkung ist vor gezielter Augenexposition ärztliche Rücksprache sinnvoll.

 

Rotlichttherapie für Gesicht und Augenbereich
Bei Anwendungen im Gesichtsbereich ist Augensicherheit ein eigener Teil der richtigen Gerätenutzung.

 

Ist Rotlicht grundsätzlich sicher für die Augen?

Kontrolliertes rotes und nahinfrarotes Licht kann bei geeigneten Parametern sicher am Auge eingesetzt werden. Gleichzeitig darf daraus nicht abgeleitet werden, dass jede Rotlichtquelle bei jeder Intensität und Dauer bedenkenlos direkt betrachtet werden kann. Für die Augensicherheit sind immer die Eigenschaften der konkreten Lichtquelle und die tatsächliche Exposition entscheidend.

Rotes Licht und Nahinfrarot gehören zur nichtionisierenden optischen Strahlung. Sie besitzen nicht die gleiche Energie wie ionisierende Strahlung und verursachen nicht auf dieselbe Weise direkte DNA-Schäden.

Trotzdem kann auch nichtionisierendes Licht biologisches Gewebe beeinflussen. Genau darauf basiert Photobiomodulation. Derselbe Grundsatz bedeutet aber auch, dass eine zu hohe optische Belastung für empfindliche Strukturen unerwünscht sein kann.

Das Auge verdient besondere Aufmerksamkeit, weil Hornhaut, Linse und Netzhaut Licht nicht nur abbekommen, sondern teilweise gezielt weiterleiten und fokussieren.

 

Warum wird Rotlicht überhaupt am Auge untersucht?

Die Netzhaut gehört zu den stoffwechselaktivsten Geweben des Körpers und enthält besonders viele Mitochondrien. Genau deshalb untersuchen Wissenschaftler seit Jahren, ob rotes und nahinfrarotes Licht mitochondriale Prozesse in Photorezeptoren und anderen retinalen Zellen beeinflussen kann.

Photorezeptoren benötigen kontinuierlich große Mengen Energie. Mit zunehmendem Alter können mitochondriale Leistung und ATP-Bereitstellung abnehmen. Dieser Zusammenhang machte die Retina zu einem interessanten Forschungsgebiet für Photobiomodulation.

Glen Jeffery vom UCL Institute of Ophthalmology und sein Team untersuchen seit Jahren, wie langwelliges sichtbares Licht mit alternden retinalen Mitochondrien interagiert.

Eine Humanstudie von Harpreet Shinhmar, Glen Jeffery und Kollegen untersuchte 2021 eine einmalige Exposition mit 670 nm rotem Licht. Bei älteren Erwachsenen wurden anschließend Veränderungen der farbbezogenen Kontrastempfindlichkeit gemessen.

Das ist wissenschaftlich interessant, bedeutet aber nicht, dass handelsübliche Ganzkörperpanels automatisch nach demselben Protokoll für direkte Augenbestrahlung geeignet sind.

 

Nahinfrarot Photobiomodulation Mitochondrien und ATP
Ein Forschungsansatz der Photobiomodulation betrifft den Einfluss von Rotlicht und NIR auf mitochondriale Prozesse.

 

Was zeigen Studien zur Netzhaut und zum Sehvermögen?

Es gibt sowohl experimentelle als auch klinische Forschung zur gezielten Photobiomodulation des Auges. Einige Studien berichten positive funktionelle oder anatomische Veränderungen. Gleichzeitig sind Geräte, Dosen und Indikationen sehr unterschiedlich, sodass Ergebnisse nicht auf beliebige Rotlichtlampen übertragen werden dürfen.

In der 2021 veröffentlichten Studie von Shinhmar, Hogg, Neveu und Jeffery wurden Erwachsene im Alter von 37 bis 70 Jahren einmal morgens für drei Minuten mit 670 nm Licht exponiert. Bei älteren Teilnehmern zeigte sich anschließend eine Verbesserung bestimmter Messungen der Farbwahrnehmung, die in der Studie bis zu einer Woche beobachtet wurde.

Bereits zuvor hatte Jefferys Arbeitsgruppe 670 nm Licht bei älteren Erwachsenen untersucht und Veränderungen der Photorezeptorfunktion beschrieben.

Auch bei altersabhängiger Makuladegeneration und anderen retinalen Erkrankungen wird Photobiomodulation erforscht. Eine 2025 veröffentlichte Meta-Analyse zur altersabhängigen Makuladegeneration fand allerdings für mehrere zentrale klinische Endpunkte keinen eindeutig signifikanten Vorteil gegenüber Kontrollbehandlungen. Das unterstreicht, dass interessante Mechanismen nicht automatisch einen klinisch gesicherten Nutzen bedeuten.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 fasst die Lage deshalb passend zusammen: Rotes und nahinfrarotes Licht sind für die Augen biologisch interessant, aber Wirkung und Sicherheit bleiben geräte- und protokollabhängig.

Mehr wissenschaftliche Quellen zu Photobiomodulation finden Sie auch in unserer Übersicht Wissenschaft und Studien.

 

Kann Rotlicht die Netzhaut schädigen?

Ja, unter ungünstigen Bedingungen kann optische Strahlung die Netzhaut belasten oder schädigen. Entscheidend sind jedoch Intensität, Wellenlänge, Dauer und die Art der Lichtquelle. Ein therapeutisch dosiertes PBM-Protokoll ist nicht mit langem direkten Blick in eine konzentrierte oder besonders leistungsstarke Lichtquelle gleichzusetzen.

Gerade bei Anwendungen, die das Licht gezielt durch die Pupille auf die Retina bringen, ist Dosimetrie entscheidend.

Eine 2024 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit zur sogenannten Repeated Low-Level Red-Light Therapy bei Kindern mit Kurzsichtigkeit wertete 20 Studien mit insgesamt 2.380 Teilnehmern aus. Dauerhafte Sehverluste wurden in den eingeschlossenen Studien nicht berichtet. Häufiger beschrieben wurden kurzzeitige Nachbilder.

Gleichzeitig existieren einzelne Fallberichte über unerwünschte retinale Veränderungen nach wiederholter direkter Rotlichtexposition. 2023 wurde beispielsweise eine retinale Schädigung bei einem zwölfjährigen Mädchen nach wiederholter Low-Level-Red-Light-Laserexposition beschrieben.

2026 wurde außerdem ein Fall beschrieben, bei dem nach wiederholter Low-Level-Rotlichttherapie subretinale Flüssigkeit auftrat.

Diese Fälle beweisen nicht, dass Rotlichttherapie allgemein gefährlich ist. Sie zeigen aber sehr deutlich, warum direkte Augenexposition ein eigener Anwendungsbereich mit eigenem Sicherheitsprofil ist.

 

Darf man direkt in ein Rotlichtpanel schauen?

Direktes längeres Starren in leistungsstarke LEDs ist keine Voraussetzung für eine normale Rotlichtanwendung und sollte vermieden werden. Ganzkörper- und Gesichtspanels sind nicht automatisch ophthalmologische PBM-Geräte. Wenn ein Gerät nicht ausdrücklich für direkte Augenbestrahlung vorgesehen ist, sollte es auch nicht dafür zweckentfremdet werden.

Das gilt unabhängig davon, ob das Licht als angenehm empfunden wird.

Ein entscheidender Unterschied liegt in der Optik. In einer klinischen Augenstudie werden Leistung, Bestrahlungsstärke, Öffnung, Distanz, Wellenlänge und Expositionsdauer festgelegt. Bei einem großen Panel besteht eine völlig andere Geometrie.

Mehr Licht ist nicht automatisch besser. Photobiomodulation weist bei vielen biologischen Endpunkten eine dosisabhängige Reaktion auf. Ein Protokoll kann deshalb nicht einfach durch höhere Intensität oder längere Dauer verbessert werden.

 

Ist unsichtbares Nahinfrarotlicht für die Augen gefährlicher?

NIR ist nicht automatisch gefährlicher, erfordert aber besondere Aufmerksamkeit, weil ein großer Teil davon für das menschliche Auge unsichtbar ist. Sie können die tatsächliche optische Leistung deshalb nicht zuverlässig anhand der wahrgenommenen Helligkeit einschätzen.

Bei sichtbarem hellem Licht entstehen Blendung und natürliche Abwehrreaktionen. Menschen kneifen die Augen zusammen oder wenden den Blick ab.

Unsichtbares Nahinfrarot kann dagegen vorhanden sein, obwohl es optisch kaum auffällt. Das ist einer der Gründe, warum technische Daten und Messungen wichtiger sind als subjektive Helligkeit.

Das bedeutet jedoch nicht, dass NIR grundsätzlich zu vermeiden wäre. Nahinfrarot wird gerade wegen seiner besonderen optischen und biologischen Eigenschaften intensiv in der Photobiomodulation erforscht.

Die richtige Schlussfolgerung lautet deshalb nicht „NIR ist gefährlich“, sondern: Unsichtbare Strahlung lässt sich nicht nach Gefühl dosieren.

 

Braucht man bei Rotlichttherapie eine Schutzbrille?

Ob eine Schutzbrille notwendig ist, hängt vom konkreten Gerät und der Art der Anwendung ab. Eine pauschale Regel für alle Rotlichtgeräte wäre falsch. Entscheidend sind Herstellerangaben, Intensität, Entfernung, Expositionsrichtung und die Frage, ob die Augen direkt im Lichtfeld liegen.

Bei einem Panel vor dem Rücken sind die Augen beispielsweise kaum relevant. Bei einer Anwendung im Gesicht ist die Situation anders.

Das Schließen der Augen kann die Blendung durch sichtbares Rotlicht deutlich reduzieren. Es sollte jedoch nicht als universeller Ersatz für eine vorgeschriebene Schutzbrille betrachtet werden.

Auch die umgekehrte Aussage wäre zu einfach: Dass es klinische Studien mit direkter Rotlichtexposition des Auges gibt, bedeutet nicht, dass Augenschutz bei jedem beliebigen Gerät unnötig ist.

Halten Sie sich deshalb an die Sicherheitshinweise des konkreten Geräts. Ist eine Schutzbrille vorgeschrieben oder empfohlen, verwenden Sie sie entsprechend.

 

Augengesundheit Licht und sicheres Sehen
Für die Augen zählt nicht nur die Lichtfarbe, sondern die tatsächliche optische Exposition.

 

Wer sollte bei Rotlicht im Augenbereich besonders vorsichtig sein?

Besondere Vorsicht ist sinnvoll, wenn bereits eine Augenerkrankung, ungewöhnliche Lichtempfindlichkeit oder eine medikamentös bedingte Photosensibilisierung besteht. In solchen Fällen sollte direkte Augenexposition nicht aus allgemeinen Internetprotokollen übernommen werden.

Dazu gehören insbesondere Situationen wie:

  • bekannte Erkrankungen der Netzhaut oder Makula,
  • ungeklärte neue Sehstörungen,
  • starke Photosensitivität,
  • frische ophthalmologische Eingriffe,
  • Medikamente, bei denen Photosensibilisierung eine Rolle spielen kann.

Auch bei Kindern sollte eine gezielte direkte Augenbestrahlung nicht mit der normalen Anwendung eines Rotlichtpanels verwechselt werden. Gerade die aktuelle Forschung zur Myopiekontrolle zeigt, dass hier spezifische Geräte und eng definierte Protokolle eingesetzt werden.

Wenn nach einer Lichtexposition plötzlich anhaltende Nachbilder, Sehverschlechterung, Schmerzen oder andere neue visuelle Symptome auftreten, sollte die Anwendung beendet und das medizinisch abgeklärt werden.

 

Was sollten Sie sich zu Rotlicht und Augen merken?

Rotlicht ist weder automatisch gefährlich für die Augen noch automatisch sicher in jeder beliebigen Dosis. Die Forschung zeigt sogar, dass kontrolliertes rotes und nahinfrarotes Licht gezielt an retinalen Strukturen untersucht wird. Gleichzeitig gibt es gute Gründe, leistungsstarke Geräte nicht wie eine gewöhnliche Zimmerlampe zu behandeln.

Für eine normale Anwendung mit einem Rotlichtpanel müssen Sie nicht direkt in die LEDs schauen.

Wenn Sie das Gesicht beleuchten, orientieren Sie sich am konkreten Gerät, an dessen Bedienungsanleitung und an den vorgesehenen Schutzmaßnahmen.

Und wenn Ihr Ziel eine direkte therapeutische Behandlung der Augen selbst ist, handelt es sich nicht mehr um eine gewöhnliche Heimanwendung eines Rotlichtpanels, sondern um einen spezialisierten ophthalmologischen Anwendungsbereich.

 

Rotlicht und NIR richtig einsetzen

Wenn Sie Rotlichttherapie zu Hause nutzen möchten, vergleichen Sie Geräte nicht nur nach Wattzahl. Wellenlängen, bestrahlte Fläche, Messdaten, Anwendung und Sicherheit gehören immer zusammen.

Rotlichttherapie-Geräte ansehen

 

Häufige Fragen zu Rotlicht und Augen

Ist Rotlicht schädlich für die Augen?

Nicht grundsätzlich. Kontrolliertes rotes Licht wird sogar direkt am Auge wissenschaftlich untersucht. Ob eine Exposition sicher ist, hängt jedoch von Wellenlänge, Intensität, Dauer und Gerät ab. Eine klinisch definierte Augenbehandlung ist deshalb nicht mit direktem langem Hineinschauen in ein leistungsstarkes LED-Panel gleichzusetzen.

Kann Rotlicht die Netzhaut schädigen?

Bei ungeeigneter optischer Exposition ist eine Schädigung grundsätzlich möglich. Es existieren einzelne Fallberichte über retinale Veränderungen nach wiederholter direkter Rotlichtexposition. Gleichzeitig zeigen viele kontrollierte Studien keine schweren okulären Schäden. Entscheidend ist deshalb die korrekte Dosimetrie des konkreten Geräts.

Muss ich bei Rotlichttherapie die Augen schließen?

Bei einer Gesichtsanwendung kann das Schließen der Augen Blendung reduzieren. Es ersetzt aber keine gerätespezifische Sicherheitsanweisung. Wenn der Hersteller für das verwendete Gerät Augenschutz empfiehlt oder verlangt, sollte dieser entsprechend verwendet werden.

Brauche ich eine Schutzbrille bei Rotlicht?

Nicht bei jedem Gerät und jeder Anwendung automatisch. Bei direkter Exposition des Gesichts oder besonders intensiven Lichtquellen kann Augenschutz jedoch sinnvoll oder vom Hersteller vorgeschrieben sein. Maßgeblich sind die Sicherheitsvorgaben des konkreten Geräts.

Ist Nahinfrarotlicht schlecht für die Augen?

Nahinfrarot ist nicht grundsätzlich schädlich. Es wird ebenfalls für Photobiomodulation untersucht. Da NIR für das menschliche Auge weitgehend unsichtbar ist, kann seine Intensität jedoch nicht anhand der wahrgenommenen Helligkeit eingeschätzt werden. Deshalb sind technische Messdaten und definierte Protokolle besonders wichtig.

Kann Rotlicht das Sehvermögen verbessern?

Einige Studien mit speziell definierten Rotlichtprotokollen berichten Veränderungen bestimmter Sehfunktionen, unter anderem bei älteren Erwachsenen. Andere Untersuchungen zeigen weniger eindeutige Ergebnisse. Daraus lässt sich derzeit keine Empfehlung ableiten, mit einem gewöhnlichen Rotlichtpanel eigenständig Augenerkrankungen zu behandeln.

Wann sollte ich Rotlicht nicht direkt auf die Augen richten?

Bei bestehenden Netzhauterkrankungen, ungeklärten Sehproblemen, erhöhter Photosensitivität, nach bestimmten Augenoperationen oder bei photosensibilisierenden Medikamenten sollte direkte Augenexposition nicht ohne fachliche Rücksprache erfolgen.

 

Quellen und wissenschaftliche Referenzen

  1. Shinhmar H, Hogg C, Neveu M, Jeffery G. 2021. Weeklong improved colour contrasts sensitivity after single 670 nm exposures associated with enhanced mitochondrial function. Scientific Reports. PMID: 34819619. DOI: 10.1038/s41598-021-02311-1. PubMed.
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